Toros Outdoors – Kajakreisen in Griechenland, Georgien, Albanien und der Türkei

Das Kloster Proussos thront hoch über der Schlucht des Krikellopotamos.Mehr als ein Jahrzehnt musste vergehen, um alte Vorurteile auszuräumen. "Nur wenig schweres Wildwasser, schlechte Straßen und zeitfressende Umsetzstrecken. Dazu die lange Anreise aus Deutschland und wenn man Pech hat, sind auch noch die Bäche trocken." Dass sich Griechenland nicht allzu sehr zum Paddeln lohnt, hatte sich einer Gewissheit gleich in die jährliche Reiseplanung eingeschlichen. Nun, vielleicht wird man mit Anfang Dreißig klug. Im April 2012 beschlossen wir dem (Paddler-)Volksmythos auf den Grund zu gehen, nahmen uns auf dem Weg in die Türkei drei Wochen Zeit und buchten die Fähre nach Patras.


Was soll man sagen? Es war fantastisch! Ein Land voller Gebirge, Schluchten und Flüsse. Dünn besiedelt, im Hinterland kaum größere Städte, dafür intakte Berglandschaft und entgegen aller Krisenberichterstattung überaus freundliche Menschen. Die Paddeltage vergingen Schlag auf Schlag, zunächst fünf Tage auf dem sonnenverwöhnten Peloponnes, danach zwei Wochen im Agrafa-Gebirge und Pindos. Bald war klar: Griechenland muss ins Tourenprogramm von Toros Outdoors.

Ein Platz an der Sonne – Frappé und Eiscrème am Fuße des Wasserfalls von Katarraktis.

Im April feierten unsere ersten Griechenland-Camps Premiere. Erneut hatten wir unglaubliches Glück mit dem Wetter. Auf dem Peloponnes wurden unsere Boote sogar vom Wüstenstaub umflirrt, Staubschicht auf der Paddelkleidung inklusive. So starteten wir bei besten Pegeln auf Lousios, Alfios und Erymanthos, entdeckten selten befahrene Nebenflüsse des Evinos und vertrauten uns den bizarr geformten Krikello-Klammen mitsamt ihrer unwirklich schönen Schleierfälle an. Die Klöster von Meteora und ein Tag auf dem Venetikos rundeten das Programm ab.

Traumfluss Arachthos – hier de Zufahrt zur »Milchstraße«.

Im zweiten Camp zogen wir weiter nach Norden zwischen die höchsten Gipfel des Pindosgebirges. Nach dem Start auf dem blauen Agrafiotis standen die klassischen Strecken von Arachthos und Kallaritikos auf dem Programm. Eine echte Überraschung bot sich mit dem Acheloos, der uns mit gleich fünf Tagen traumhaft wuchtigem Wildwasser beglückte. Gemeinsam mit dem Arachthos stellt dieser längste Fluss des westlichen Pindos eines der Hauptziele für 2014 dar.

Doch zunächst unser Resümee für alle kritschen Geister:

Das Wildwasser? Alles dabei! Irre, von Schleierfällen und moosig-grünen Grotten durchsetzte Schluchtlandschaften in den Canyons von Arachthos und Kallaritikos (WW III–IV). Höchst einsteigertaugliches Wildwasser in den Kiesbettstrecken des oberen Acheloos (WW II-III) wird abgelöst von der wuchtigen Skala Gurlinga (WW IV). Ruhiges Dahingleiten in sanfter Mittelgebirgslandschaft auf dem Venetikos (WW II-III) für ruhige Gemüter, hoher Sport in der Schwarzen Klamm des Mileapotamos (WW III-IV). Und dann wäre da noch der Krikello (WW III-IV), mit seinen geologischen Verrücktheiten (im Wortsinne) für viele der schönste Fluss Griechenlands.

Mächtige Mergelwände in der offenen Schlucht unterhalb Plaka..Schlechte Straßen, mühsame Shuttles, lange Fährpassage? Stimmt zum Teil. Viel gewinnt, wer die richtige Abkürzung kennt. Für einige Shuttles empfehlen auch wir einen Fahrer. Wer nur wenig Zeit hat, steigt am besten in den Flieger. Mit Ryanair, Germanwings und anderen Low-Cost-Airlines geht's oft schon für unter 200 Euro direkt nach Thessaloniki. Wer mehr als zehn Tage Urlaub hat, startet selbigen auf der Fähre mit der Camping-on-Board-Option. Den Bus als Wohnung mit Panoramablick auf die Adria, während das Schiff von wenig Venedig aus in die Sonne dieselt. Für Flugreisende bietet Toros Outdoors ein All-Inclusive-Paket inklusive Bus und Fahrer während der ganzen Zeit. 

Und die Wasserstände? In vier Wochen hatten wir bei nur drei Regentagen stets mittlere bis sehr gute Wasserstände. Dieses Glück wurde uns nun schon das zweite Jahr in Folge beschert. Arachthos und Kallaritikos waren übrigens noch Mitte Juni gut ausreichend fahrbar. Und die Flussauswahl in Griechenland ist gigantisch. Hohe Berge auch im Süden sorgen für eine lange Schneeschmelze, kaum ein Kraftwerk zwingt die Wildbäche ins Rohr.