Kinderkram – SOUL WATERMAN KINDER & FAMILIEN-BOOTE

Testival der aktuell heißesten Boote für Drei- bis Neunjährige Kids: Soul Waterman Mini Me & Soul Terrible Two samt Zubehör – ein Review.

Orgelpfeifen: Eskimo Topo Duo Mk2, Soul Terrible Two, Spilker Gagi MAX, Jackson Fun 1, Soul Mini Me, BIC Bobby Boot

Unsere zahllosen Knirpse von den Karlsruher Kanu Kids sind zwischen 0 und 8 Jahre alt und die meisten schon recht erfahren mit Kanadiertouren und dem ganzen Taxiboot-Fahren. Doch wann ist der passende Zeitpunkt für den Einstieg in die eigene Paddelkarriere? Im Groben gilt beim Paddeln wie bei den meisten Sportarten: In jungen Jahren lernt sich’s leichter.  Bloß mit welchem Material?


Vor 20 Jahren war es noch üblich, in Erwachsenen-Booten das Paddeln zu beginnen. Das ist insofern praktisch, da in dieser Konfiguration der Schwerpunkt eines Zwergs innerhalb der Bootshülle liegt und selbst ein Rennkajak kaum umzuwerfen ist. Das kommt natürlich erst einmal dem Sicherheitsbedürfnis vieler Eltern entgegen. Weiterer Vorteil: diese Boote sind meistens eh schon im Verein oder im eigenen Bootslager vorhanden. Nachteil: die Kinder lernen zwar geradeaus fahren, doch sonst nicht so viel mehr. Und auch der Spassfaktor bleibt ggf. auf der Strecke…

Richtig paddeln – also Themen wie Strömungen lesen, Kanteneinsatz, Wenden ohne Steuer, nicht umkippen bei Kabbelwasser und so weiter – lernte man traditionell also erst recht spät, oft erst wenn das Kind gut in sein Sportgerät hineingewachsen war. Letztendlich gab es lange keine passende Boote für Zwerge. Selbst im allseits beliebten Topo Duo rutscht ein 8-jähriger noch haltlos auf dem Sitz herum. 

Zeit also für uns, mal einen Blick auf ein paar echte Innovationen zu werfen, die 2020 endlich den deutschen Markt erreicht haben: 

Soul Waterman Familien Boote

Wir vergleichen die Soul Waterman Kajaks mit bekannten Kinder- und Familienbooten und haben uns das härteste Testteam gesucht, das zwischen Schwarzwald und Altrhein zu finden war: die Karlsruher Kanu Kids! Wir haben sie auf die tückische Mecklenburgische Seenplatte und den noch viel krasseren Altrhein geschickt.

So weit zu gehen wie Corran Addison in seinen Promo Videos, erfordert wohl viel Zeit, Einfühlungsvermögen und vermutlich auch etwas Wagemut. Sollten wir dieses Level erreichen, dann gibt es natürlich ein Update. Geplant ist das allerdings bislang nicht, denn wir kennen durchaus Kinder, die nach einer Fahrt auf der Hausfrauenstrecke der Soca viele Jahre nicht mehr ins Boot steigen wollten.

Testergebnisse Allgemein

Das wichtigste Testergebnis vorab: Die alte Weisheit “Vor dem 7 Geburtstag braucht man gar nicht anfangen” könnt ihr getrost in der Pfeife rauchen.

Unser Testteam aus 100%-igen Newbies und recht jungen “Alten Hasen” lässt im Groben folgende Gesamtaussage für die verschiedenen Altersstufen zu:

Die Wasserflöhe – 0 bis 3 Jahre:

Nach unserer Erfahrung sind die Zwerge bis 3 Jahre im Kanadier besser aufgehoben. Der Einzelplatz im Zweier ohne potentiellen Körperkontakt zu den Eltern sorgte nach kurzer Zeit für Unwohlsein bei allen 2-jährigen im Test.

Unboxing … ist schon wieder Weihnachten? Was ist da drin? Die coole Tasche (ist inklusive!) schützt das Boot vor UV-Licht und Insektenschlag, erlaubt die Zuladung von Zeugs u.v.a.

Die Wasserknirpse – 3 bis 5 Jahre:

Bei den 4-jährigen und einigen 3-jährigen wie “Iggy Pop” erzeugte allein der Anblick des Soul Mini Me einen starken “Ich will, ich will, ich will.. und zwar sofort ausprobieren”-Reiz.

Im Schnitt sind in dieser Altersgruppe bereits nach 5-10 Minuten die Aufmerksamkeits-, Mut- und Kraftgrenze erreicht. Die Spritzdecke können einige der Flöhe mangels Kraft noch nicht selbst öffnen, daher lässt man sie besser ganz weg. Je besser die Schwimmkenntnisse, desto selbstbewusster die ersten Paddelabenteuer. Warmwasser, Gruppenerlebnis und knallige Farben (!!!) erhöhen die Motivation deutlich. Also ist dies ein gutes Alter zum Anfixen. Das weit verbreitete Bobby Boot (gibts bei Amazon für 40€ samt Paddel) war bei den Kids zum Paddeln ziemlich schnell aussortiert. Man braucht keinen Ph.D. in Schiff-Fahrdynamik um zu spüren, dass es eigentlich nur ein Floß ist mit einem viel zu dicken Paddelschaft. Es erfreute sich eher am Land als Kletter- und Spielgerät grosser Beliebtheit.

Die Wasserratten – 5 bis 7 Jahre:

Ab 5-6 Jahre fangen die ersten Kids an, auch längere Strecken zu paddeln. Prinzessin Leia war bereits mit zarten 6 Jahren auf dem Dschungelfluß Moder im eigenen Pyranha Master unterwegs. Und das Wichtigste: sie hatte Spaß dabei. Unser Zaungast2 mit seinen 24 kg ging im MiniMe sofort ab, als ob er die Olympia Medaillensammlung von Birgit Schmidt übertreffen wollte. Echt krass!

Und unser 6-jähriger Tester Chuck-Norris-Mini lässt sich sowieso nie durch Herausforderungen abschrecken. Aber auch ihm ging nach circa 30 min Altrhein-Paddeln der Saft auf der Strecke aus. Gut, wenn es dann ein Mothership zum Umsteigen gibt.

Die Wasserteufel – ab 8 Jahre:

Bei motivierten 8-jährigen gibt es sowieso kein Halten mehr. Die Erfahrenen aus den Paddler-Sippschaften fahren auch schon mal ein paar Kilometer weit den Fluss hoch.

Testkandidat Super-P, der zuvor noch nie im Boot gesessen hatte, war aus dem Soul Mini Me nicht mehr herauszubekommen. Tschaka! Der krasse Kerl spricht uns dann auch noch zweisprachig einen Erfahrungsbericht als Video-Clip ein –>!

Philosophie der Paddellehre

Was das richtige Boot für den eigenen Nachwuchs ist, hängt natürlich auch von der Sicht aufs Paddeln selbst ab.

Ansatz 1: Die Wettkämpfer – Schnell muss es sein

Manch einer lernt erstmal schnell im Rennboot geradeaus fahren, fokussiert darauf, bei Wettkämpfen der erste zu sein. Eine legitime Motivation. Nachteil: die Vielfalt des Paddelns und das Naturerlebnis auf bewegten Gewässern lernt man dabei nicht kennen.

Ansatz 2: Die Familienkutschen – Gemütlich soll es sein

Viele Kinder werden jahrelang in einem Erwachsenen-Boot mitgeschleppt, bei dem der Schwerpunkt innerhalb der überdimensionierten Bootshülle liegt. Das verleiht eine gewisse passive Sicherheit, da die Knirpse die Boote einfach nicht umgeschmissen bekommen. Nachteil: sie lernen dabei nicht intuitiv den Umgang mit bestimmten Strömungssituationen und kein gutes Bootsgefühl. Geistig und motorisch können die Kleinen schon recht früh paddeln, aber wenn das Boot nicht sitzt wie ein guter Wanderstiefel und doppelt so schwer ist wie der Fahrer, dann bringt auch ein Hüftknick nichts.

Ansatz 3: Das Montessori-Prinzip – Selbst ist das Kind

Wir versuchen hier den dritten Weg: Paddeln aus Eigenantrieb! Und zwar in Booten, die von der Größe zu den Kids passen. Kantige Boote, ohne übermäßiges Volumen. So können sie recht früh spielerisch das Aufkanten und Stabilisieren lernen. Aus unserer Sicht macht es auch gar nichts, wenn sie anfangs ein paar mal öfter baden gehen, natürlich mit sicheren Schwimmwesten und in angenehm temperierten Gewässer! Dann lernen sie auch gleich die richtigen Berge- und Rettungstechniken. Wer frühzeitig lernt, sein Boot zu beherrschen, wird dann auch später sicherer und selbstbewusster die nächsten Schwierigkeitslevel meistern.

Auch bei Jugendlichen und Studenten hat sich gezeigt, dass diejenigen, die mit kantigen Spielbooten das Lernen begannen, trotz vielen Schwimmern in sicherer Umgebung viel schneller eine passable Technik lernten als die Herum-Dümpler in schlecht gefitteten Taifunen. Oder um es mit den Worten von Chuck-Norris-Mini zusagen, nach seinem ersten Kenterer samt Wiedereinstieg auf dem Wasser (im Fun 1): “Cool! Ich bin nass! … Das macht Spaß! Nochmal!”. Oder: Unser Zaungast1 kletterte gleich erfolgreich auf dem Wasser samt Mini Me aus Eigeninitiative auf das Boot (!) seines Bruders! Beeindruckendes Manöver!

Unsere Überzeugung: Wer so das Bootsgefühl lernt, kann später alles fahren, auch Rennboot.

K1 Boote in der Einzelkritik

Man findet Kinder in allen möglichen Booten, aber die wenigsten erlauben einen Oberschenkel-Kontakt wie bei Erwachsenen. Und nur wenige Kajaks sind schmal genug, um im selben steilen Winkel wie die Großen paddeln zu können, und flach genug, um sich als Kind nicht die Ellenbogen anzuhauen.

Populäre Boote wie Dagger Axiom 6.9, Wavesport Fuse 35 und Robson Supersonic sprechen mit der Gewichtsklasse 30kg++ in etwa die Altersklasse 9 Jahre und darüber an, sind also eher Jugendboote. Die meisten anderen sind einfach nur Designobjekte vom Reißbrett oder verkleinerte Erwachsenen-Boote unter Missachtung aller Maßstabs-Gesetze der Hydrodynamik. Da die Designer wegen ihrer Körpergröße diese Schüsseln nicht selbst testen konnten und die Zwerge mangels Paddeltechnik und Studium der Strömungsmechanik nicht beschreiben konnten, wo es hängt, blieben gute Kinderboote ziemlich lange Mangelware. 

Die wenigen echten Ausnahmen kommen aus den Werkstätten der altgedienten Kajak-Designer Eric Jackson und Corran Addison, die ihren eigenen Kids vernünftiges Lernmaterial zur Verfügung stellen wollten:

Fun 1 , Jahrgang 2004 von EJ für seinen Sohn Dane Jackson geschaffen
  • Jackson Fun 1 ab ca. 5-6 Jahre 

Laut Hersteller: Länge: 159cm I Breite: 50cm I Höhe: 28cm I Volumen: 99 Liter | Gewicht: 10kg I Paddlergewicht: 13,5 kg – 36 kg

Soul Mini Me
Soul Mini Me, Jahrgang 2017, von Corran Addison für seinen Sohn Kallix
  • Soul Mini Me, ab ca. 4 Jahre

Laut Hersteller: Länge: 142 cm | Breite: 50 cm | Höhe: 19.5 cm | Volumen: 86 Liter | Gewicht. 8.5kg |  Paddlergewicht: 14 kg – 30 kg

Gagi Max
  • Gerd Spilkers Gagi-Max, ab ca. 7-8 Jahre

    Länge 186 cm | Breite 57 cm | Höhe 30 cm | Volumen 90 Liter | Gewicht 11 kg | Paddlergewicht 20 kg – 45 kg 

Im direkten Wettkampf “Boote auf die Wiese schmeißen und 10 Kinder drauf los lassen” gewinnt klar der Soul Mini Me, selbst bei unserem 10 Monate alten Karate-Kid, warum auch immer. Dabei war es noch nicht mal die Pink Edition. 

Darüber hinaus gewinnt der Soul Mini Me in den Disziplinen Kurz, Flach, Knackig, Design des Unterschiff und mit einem Skeg als Highlight. Auf dem Wasser zeigt sich, dass das schmale und flach gehaltene Cockpit als einziges auch den 4-jährigen bereits einen stabilen Halt bietet, so wie erfahrene Paddelpapas es sich selbst wünschen würden. Die Seiten und das Heck des Oberschiffs sind flach gehalten, so gibt es auch keine Probleme mit angehauenen Ellbogen oder Daumen wie in den größeren Jugendbooten Supersonic, Axiom etc.

Die ungewöhnliche Fußstütze lässt sich in der Länge verstellen, so wie der Sitz in 2 Positionen verstellt werden kann.

Ist der Skeg ausgefahren, fährt selbst ein absoluter Newbie wie auf Schienen. Da wir den Skeg nach kürzester Zeit bereits im Altrhein versenkt hatten, stellte sich heraus, dass auch ohne Skeg so ein MiniMe immer noch gut abgeht. Unser zufälliger Newbie – Testpilot Super P (8 Jahre) bekam das Geradeausfahren ohne Einweisung in wenigen Minuten hin! Bei den versammelten Erwachsenen fielen beim Zuschauen die Kinnladen reihenweise runter.

Hier sei noch erwähnt, dass das leichte Soul Paddel Munchkin mit seinem 20 mm dünnen, längen- und winkelverstellbaren Schaft seinen Beitrag zum Quickstart leistet, auch in Kombination mit den anderen Booten.  Endlich mal ein Paddel, um das auch Kinderhände gut herum greifen können.

Der Jackson Fun 1 ist schon spürbar größer und vor allem im Cockpit weiträumiger. Selbst der 6-jährige Chuck-Norris-Mini bräuchte da noch einige Custom Mods aus Ducktape. Aber nächstes Jahr und ein paar Tüten Gummibärchen später, wenn die Schenkel reingewachsen sind, ist das ein erstklassiges Boot, das den Erwachsenen-Booten der Fun Serie in nichts nachsteht. Mancher 10- bis 11-jährige passt da noch rein.

Der Spilker Gagi-Max im direkten Vergleich ist nochmals deutlich größer im Cockpit. Auch die 6- jährigen gehen ohne Ducktape und Isomatte darin verloren. Die Form erinnert insgesamt in etwa an einen vom Laster überfahrenen Topolino, so klare Kanten wie der Fun und der Mini Me hat er nicht. Er ist breit, aber trotzdem war es das einzige Boot das beim leeren Hinterherziehen am Kanadier einfach kenterte. Für Papas Geschmack fehlt auch etwas der Rocker. Bei den Kids kam unser roter “Lightning McQueen” Custom Design Gagi-Max auf dem Wasser darum nicht so gut an. Vielleicht auch weil wir ihn nicht in der Ü-8 Fraktion getestet haben.

Der K2 im Vergleich

Soul Waterman Terrible Two 2020
  • Soul Terrible Two
    Länge: 282 cm | Breite: 68.5 cm | Volumen: 371 Liter | Gewicht ~ 23kg
  • Eskimo Topo Duo: 370 cm | 64cm | 505l | 30kg
    Jackson Dynamic Duo: 365 cm | 67cm | 540l | 30kg
    Prijon 2B: 372 cm | 69cm | 540l | 37kg

Der Soul Terrible Two läuft eigentlich außer Konkurrenz! Er ist als einziger explizit als Eltern-Kind Boot konzipiert und nicht auf zwei Sportskanonen mit Testosteronüberschuss ausgelegt. Er ist einen knappen Meter kürzer als Topo Duo, Prijon 2B und Dynamic Duo, viel wendiger, leichter im Handling und in vielerlei Hinsicht komfortabler als zumindest der Topo Duo. 

Gegenüber der Konkurrenz ist neben der kürzeren Länge auch die stärkere Bananenform hervorzuheben, was ebenso in einer deutlich stärkeren Wendigkeit resultiert. 

Pfiffige Features sind neben der kindgerechten, voll einstellbaren Cockpit Ergonomie auf dem vorderen Platz die gut platzierten Griffe (seitlich!), der Plexiglas Wellenbrecher und die gut verstellbaren Fußrasten, die man so aus See- und Touringkajaks kennt.  Auch hier gibt es einen Skeg, die Frage ist nur: Wozu? Man kann sich nur vorstellen, dass auf Großseen oder Großflüssen bei ordentlich Windangriff der Bug ausbricht bei 110kg Papa und 10kg Kind. Erlebt haben wird das bisher nicht. Keiner von uns hatte eben 110kg … 

Zierlich ist der Kahn nicht, rund ums Kind gibt es reichlich Volumen, auch beim Steuermann ist das Boot so wuchtig, das man sich fragt, ob das 197 cm Paddel nicht etwas länger sein könnte. Insbesondere weil man den Powerstroke nicht weit vorn ansetzen kann, ohne mit dem Zwerg zu kollidieren.

Während so manche korsische Rinne schon mit Topo Duos befahren wurde, ist der Terrible Two wohl eher für Kinder auf durchaus welligen aber nicht zu steilen Bächen ausgelegt. Die Fußstützen aus dem Touringbereich dürften einen echten Wasserfall mit unsauberer Landung nicht wegstecken. Wer sein Zwerge nicht schon im zarten Alter von 3 Jahren verheizen will, wird aber sowieso mit dem Boot vermutlich eher bei Wanderklassikern seinen ersten Spaß suchen und dann irgendwann bei Soca etc. landen.

Dass dieses Boot von Material und Fahreigenschaften auch in der Lage wäre, einen nicht zu steilen 4er Bach zu knacken, steht außer Frage. Man müsste sich mal statt der eigenen Kids das Stuntdouble des kleinen Game of Thrones Helden “Tyrion Lennister” casten, um die Grenzen des Kahns auszuloten.

Zubehör

Peak UK Kidz “Sproglet” Weste & Kidz Spritzdecke, dazu das Soul Paddel Munchkin

Das bereits erwähnte Kinderpaddel Munchkin von Soul Waterman glänzt durch geringes Gewicht und Verstellbarkeit. Aber es wird ähnlich wie das Bobby Boot Paddel bei Verwendung als Spaten oder Breitschwert früher oder später zu Plastikmüll – etwas Sorgfalt im Umgang sollte man daher den Zwergen schon frühzeitig mit auf den Weg geben.

Die passenden KIDZ Spritzdecken von PEAK UK sitzen perfekt und sind hochwertig verarbeitet! Besonders gut ist eine Schlaufe am hinteren Ende, mit der der Steuermann im Soul Terrible Two die Decke abziehen kann. Die 4-jährigen hatten Probleme die Decke selbst zu lösen, während das bei den 6-jährigen klappte.

Die Peak UK KIDZ Sproglet Schwimmweste bekommt von allen Produkten in diesem Review die beste Schulnote, nämlich “1+ mit *”. Dieses Urteil erlauben wir uns, nachdem wir alles durchgetestet haben, was in den Karlsruher Bootshäusern zu finden war.

Die Peak UK Kidz “Sproglet” hält 17kg Körpergewicht perfekt an der Oberfläche.

Sie ist ausgesprochen hochwertig und lässt sich mit den Hüftgurten perfekt an die Anatomie anpassen, ohne die Bewegung einzuschränken. Wenn man keine Spritzdecke verwendet, ist noch ein weiterer Gurt durch den Schritt anzubringen. Auch beim Schwimmtraining fühlen sich die 4-jährigen damit besser als mit Schwimmflügeln. Die Bewegungsfreiheit ist deutlich besser als bei der freilich etwas günstigeren Konkurrenz von HH, Decathlon etc. 

All about the money

Ein echtes Kinderboot ist in Herstellung, Vertrieb etc. ähnlich aufwendig wie ein ausgewachsenes Boot. Die 10 kg eingespartes PE machen den Produktionsprozess kaum 20 € billiger, sagt unser beratender Kunststoffingenieur. Die Absolutpreise verhindern daher wohl auch die großflächige Verbreitung der Kinderboote in Privathaushalten. Andererseits kann die Investition Soul Mini Me oder Jackson Fun 1 ein Kind über 4-5 Jahre begleiten, bis die Ausrüstung an das nächste Kind weitergereicht wird. In unserem Fun 1 sitzt seit 2006 bereits das 4. Kind und außer oberflächlichen Gebrauchsspuren ist nichts dran.

Wie viele Spielsachen und hochwertige Kinderfahrradanhänger gehen die Dinger als Wanderpokal durch den Freundeskreis oder zu Ebay Kleinanzeigen. Noch gibt es keine Gebrauchtpreise bei Ebay-Kleinanzeigen für den Mini Me, aber es bleibt zu erwarten, dass ähnlich wie beim Fun 1 die Gebrauchtpreise hoch bleiben, weil Kids einfach nicht den Verschleiß eines Stürzerkönigs haben und die Stückzahlen gering sind. Viele Boote dürften auch ins Vereinsinventar übergehen.

Ok, nun ist ein echtes Boot trotzdem fast 10x teurer als ein BIC Bobby Boot. Zum Anfixen reicht doch wohl auch ein Bobby Boot, oder? Hm, wohl eher nicht, denn das Bobby Boot gehört in die Kategorie Badespielzeug, also in die Konkurrenz zu aufblasbaren Badeinseln oder Luftmatratzen, das ist nicht negativ gemeint. Der Schwerpunkt liegt viel zu weit hinten, das Boot ist viel zu breit und der Paddelschaft ist dick wie bei Erwachsenen. Sitzposition und Halt, sowie Form des Unterschiffs erlauben keine intuitive Paddelbewegung, das führt eher zu Frustration oder zumindest zu Desinteresse. Wir haben im Vereinsumfeld einige auf Lager und deren Betriebsstunden sind verblüffend gering.

Für den Soul Terrible Two gilt: Es gibt keine Alternativen und er begleitet Euch eventuell ein ganzes Jahrzehnt, wenn Ihr ihn für einen 3-jährigen anschafft. Als Vereinsboot ist er  natürlich auch gut geeignet. 20 Jahre alte Topo Duos gehen immer noch für 500€ über den Tresen, somit dürfte auch der Preisverfall beim Terrible Two überschaubar bleiben. Insbesondere weil im Moment mit dem Prijon 2B und dem Jackson Dynamic Duo nur zwei indirekte Konkurrenten auf dem Markt zu finden sind.

Disclaimer 

Ihr glaubt, wir wollen Euch die Soul Kajaks nur aufschwatzen, weil Scheuer uns die Testboote zur Verfügung gestellt hat? Also gut, dann hier noch ein paar dunkle Seiten von Soul Kajaks, die uns trotzdem nicht von der Kaufempfehlung abhalten. Die Verarbeitungsqualität liegt etwa auf Opel Niveau, wir hätten uns aber Audi gewünscht. Im Klartext: Einzelne Schrauben waren nicht Salzwasser beständig, am Skeg war ein falsche Schraube verbaut, die wir dann verloren haben. Darüber hinaus haben wir sogar einen ganzen Skeg verloren, der vermutlich falsch montiert war. Problem: der Skeg geht schnell unter, wenn man im Kraut hängen bleibt. Autsch! Einige Schrauben waren nicht richtig festgezogen, die Bohrungen am Plexiglas Schild waren etwas schepp.

Die Bootshülle des Terrible Two hatte ein Loch und das Boot eine Transportschramme. Das lag aber vermutlich an der Spedition. Der 2,85 m lange Flachboden des Terrible Two biegt sich auf dem Autodach arg ein. Bei Flachböden ist dies natürlich konstruktionsbedingt. Immerhin kommt der Boden wieder raus, wenn das Boot einige Zeit in der Sonne liegt. Es empfiehlt sich die Verwendung von Träger-Hörnchen, Polstern und generell eine Lagerung auf der Seite.

Gesamtbewertung Soul Kajaks

⭐⭐⭐⭐ = 4,5 von 5 Sterne = Schulnote 1-2

Zur Abwertung führte die Schraubenschlamperei und Skegbefestigung und ein paar scharfe Kanten. Qualitativ ordnet sich Soul zwischen Waka und Pyranha ein.

Vergleichstabelle

Soul Mini MeJackson Fun 1Spilker Gagi MaxBIC Bobby BootSoul Terrible TwoEskimo Topo DuoPrijon 2BJackson Dynamic Duo
Länge142 cm159 cm186 cm117 cm282 cm370 cm372 cm365 cm
Breite50 cm50 cm57 cm60 cm68,5 cm64 cm69 cm67 cm
Volumen86 l99l90 lSit on Top371 l505 l540 l540 l
Höhe19,5 cm28 cm30 cm




Bootsgewicht8,5 kg (8,13kg gewogen)10 kg11 kg7,5 kg23 kg (26,5 kg gewogen!)30 kg37 kg30 kg
Paddlergewicht14 kg – 30 kg13,5kg – 36 kg20 kg – 45 kg< 35 kg140 kg180 kg190 kg190 kg
Verarbeitung********+***+*********
***+

****+
Bootsform*******************
****



***+
Liebe zum Detail***********************


****
Eignung Kind < 6J******************
***

***
Eignung Kind > 6J********************
****

****
Gesamturteil4,74,53,82,14,5

3,9

4

Im Netz:

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